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Anschlussheilbehandlung (AHB)
21.09.2006 - 00:02

Voraussetzungen für eine Anschlussheilbehandlung

(leicht modifiziert nach den Informationen der Deutschen Rentenversicherung Bund unter ww.deutsche-rentenversicherung-bund.de)

Die Anschlussheilbehandlung (AHB) beziehungsweise Anschlussrehabilitation (AR) ist eine ambulante oder stationäre Leistung zur medizinischen Rehabilitation. Die Besonderheit dieser Leistung besteht darin, dass sie nur bei bestimmten Erkrankungen in Betracht kommt und sie sich unmittelbar an eine stationäre Krankenhausbehandlung anschließt.


Voraussetzungen:

Die Anschlussheilbehandlung (AHB) ist eine Rehabilitationsleistung, die sich unmittelbar an einen stationären Krankenhausaufenthalt anschließt. Sie wird also nur für Versicherte erbracht, die unmittelbar (innerhalb von 14 Tagen) nach ihrer Krankenhausbehandlung in eine von der Deutschen Rentenversicherung Bund anerkannte AHB-Rehabilitationseinrichtung verlegt werden. Die AHB wird vom Arzt des Krankenhauses eingeleitet. Der Patient muss den letzten Rentenversicherungsbeitrag zur Deutschen Rentenversicherung Bund entrichtet haben und bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein.

Berechtigt sind also alle Versicherten der Deutschen Rentenversicherung Bund und alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen. Sofern Sie Mitglied einer privaten Krankenkasse sind, können Sie nicht direkt vom Krankenhaus zur AHB-Rehabilitationseinrichtung verlegt werden. Vielmehr ist vorher ein Antrag auf eine Anschlussgesundheitsmaßnahme (AGM) bei der Deutschen Rentenversicherung Bund zu stellen, die dann ggf. die Einweisung in eine geeignete AHB-Rehabilitationseinrichtung selbst vornimmt.

Antragstellung

Der Krankenhausarzt stellt fest, ob Sie für eine AHB in stationärer oder ambulanter Form geeignet sind. Die Krankenhausverwaltung/der Sozialdienst wird klären, ob für Sie ein Anspruch besteht und auch die notwendigen Absprachen mit der Deutschen Rentenversicherung Bund treffen.

Der im Krankenhaus von Ihnen unterschriebene Antrag mit den Anlagen wird vom Krankenhaus an die AHB-Rehabilitationseinrichtung und von dort nach Ergänzung an die Deutschen Rentenversicherung Bund gesandt.

Rechtsbehelf/Widerspruch

Sind Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden oder halten ihn für fehlerhaft, so können Sie innerhalb von einem Monat dagegen schriftlich Widerspruch bei der Deutschen Rentenversicherung Bund einlegen. Der Widerspruch sollte begründet werden, damit neue Aspekte im Widerspruchsverfahren Berücksichtigung finden können. Erfolgt keine Widerspruchsbegründung, muss nach Aktenlage entschieden werden.

Kosten / Zuzahlung


Ist die Deutschen Rentenversicherung Bund Leistungsträger der AHB trägt sie die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, ärztliche Betreuung und therapeutische Leistungen.

Sie sind gesetzlich verpflichtet, sich für höchstens 28 Tage mit 10,00 EUR täglich an den Kosten einer stationären AHB zu beteiligen. Hierbei werden die Tage berücksichtigt, für die Sie bisher eine Zuzahlung geleistet haben, z.B. im Krankenhaus . Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Zuzahlung jedoch reduziert werden oder sogar ganz entfallen. Näheres dazu sagt Ihnen der Sozialdienst im Krankenhaus

Übergangsgeld

Ein Anspruch auf Übergangsgeld besteht, wenn Sie unmittelbar vor dem Beginn der Leistung oder einer vorangegangenen Arbeitsunfähigkeit Arbeitsentgelt (als Arbeitnehmer) oder Arbeitseinkommen (als Selbständiger) erzielt und Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt haben. Beziehen Sie bis zum Beginn der Leistung z.B. Krankengeld oder Arbeitslosengeld und beruht diese Leistung auf Arbeitseinkünften, aus denen Rentenversicherungsbeiträge gezahlt wurden, erhalten Sie ebenfalls Übergangsgeld.

Die Höhe des Übergangsgeldes richtet sich bei versicherungspflichtigen Arbeitnehmern nach dem letzten abgerechneten Brutto- und Nettoarbeitsentgelt sowie den familiären Verhältnissen (Kinder oder Pflegebedürftigkeit). Bei Kindern mit Anspruch auf Kindergeld oder bei Pflegebedürftigkeit beträgt das Übergangsgeld etwa 75 Prozent des letzten Nettoarbeitsentgelts, in allen anderen Fällen etwa 68 Prozent. Haben Sie in den letzten 12 Kalendermonaten beitragspflichtige Einmalzahlungen erhalten, kann sich das Übergangsgeld erhöhen.

Zahlen Sie als Arbeitnehmer freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder sind Sie Selbständig und erzielen Arbeitseinkommen wird das Übergangsgeld aus 80 Prozent des Einkommens ermittelt, das den entrichteten Beiträgen zur Rentenversicherung im letzten Kalenderjahr vor Beginn der Leistung zu Grunde liegt. 75 Prozent oder 68 Prozent des so ermittelten Betrages ergeben die Höhe des Übergangsgeldes.

Erhalten Sie während des Bezuges von Übergangsgeld Arbeitsentgelt, so wird das Übergangsgeld um das weitergezahlte Nettoentgelt gekürzt. Da das Übergangsgeld nicht höher als das Nettoentgelt sein kann, erübrigt sich in der Regel die Feststellung des Übergangsgeldes, solange Sie Arbeitsentgelt im Wege der Entgeltfortzahlung erhalten. Die Anschlussheilbehandlung wird arbeitsrechtlich einer Arbeitsunfähigkeit gleichgestellt. Das Arbeitsentgelt ist daher grundsätzlich bis zu sechs Wochen weiterzuzahlen.

Benötigen Sie eine individuelle Beratung, so wenden Sie sich bitte direkt an die Deutschen Rentenversicherung Bund oder an eine der Auskunfts- und Beratungsstellen der anderer Kostenträger.

Tipp Sprechen Sie Ihren behandelnden Krankenhausarzt auf eine Anschlussheilbehandlung an, sofern Ihnen diese notwendig erscheint. Er wird Ihnen sicherlich behilflich sein.

Laut SGB IX (Sozialgesetzbuch Band IX) können Sie den Ort der Rehabilitation bestimmen, bzw. muss das Krankenhaus bei der Einweisung zur Anschlussheilbehandlung Ihre Wünsche berücksichtigen.


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