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NRW: Teilhabe für alle – Programm für Menschen mit Behinderung
01.08.2007 - 18:45

Teilhabe für alle – Programm für Menschen mit Behinderung

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat das behindertenpolitische Programm „Teilhabe für alle“ beschlossen. Es umfasst mehr als 40 Maßnahmen und Projekte in den Bereichen Arbeit, Bildung und Familie, Wohnen sowie Abbau von Barrieren. Minister Karl-Josef Laumann hat das Programm jetzt der Landespressekonferenz in Düsseldorf vorgestellt.

Presseerklärung:

NRW-Sozialminister Laumann: „Wir wollen Menschen mit Behinderungen in die Mitte der Gesellschaft holen!“
Minister Laumann stellt neues behindertenpolitisches Landesprogramm
„Teilhabe für alle“ vor / Mehr als 40 Maßnahmen und Projekte geplant

Düsseldorf, 15.01.2007

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

„Die Landesregierung will in der Behindertenpolitik Zeichen setzen und Menschen mit Behinderungen in die Mitte unserer Gesellschaft holen“, betonte heute (15. Januar) der nordrhein-westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann. Laumann stellte das neue behindertenpolitische Programm „Teilhabe für alle“ vor, das über 40 Maßnahmen und Projekte in den Bereichen Arbeit, Bildung und Familie, Wohnen und Abbau von Barrieren umfasst. „2007 sind für dieses Programm rund 182 Millionen Euro eingeplant“, betonte Laumann. Mit dem Programm setzt die Landesregierung um, was Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in seiner Regierungserklärung angekündigt hat.

„Wir wollen helfen, dass Menschen mit Behinderungen besser Arbeit finden und zeigen können, wie leistungsfähig sie sind“, sagte Minister Laumann. Als Beispiele nannte er die Qualifizierungsklassen bei den Berufsförderwerken Düren und Oberhausen. Hier werden arbeitslose schwer behinderte Menschen zu Verwaltungsfachangestellten umgeschult. „Wer erfolgreich abschließt, wird unbefristet in den Landesdienst übernommen“, betonte Laumann. Die bundesweit einzigartige Maßnahme kostet jährlich 1,8 Millionen Euro. Bislang konnten damit etwa 160 Menschen eine berufliche Perspektive geboten werden. Des Weiteren verwies der Minister auf das Sonderprogramm „100 zusätzliche Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderungen“, das mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert wird. „Und auch der Kombilohn NRW ist ein wichtiges Instrument, um Menschen mit Behinderungen an der Arbeitswelt teilhaben zu lassen“, erklärte Laumann.

Bauliche Hindernisse erschweren Menschen mit Behinderungen oft den Zutritt und das Erreichen von Wohngebäuden. Die Landesregierung will dazu beitragen, dass solche Hindernisse durch Umbaumaßnahmen beseitigt werden und dass in Zukunft gleich barrierefrei gebaut wird. „Daher bieten wir zinsgünstige Darlehen an, um die Herstellung solcher Wohnräume zu ermöglichen“, sagte Laumann. 2007 werden insgesamt 60 Mio. Euro für Anpassung oder Neubau von Wohnheimen, für Erwerb oder Bau von behindertengerechten Eigenheimen sowie Abbau von Barrieren im Mietwohnbestand ausgegeben.

Wichtig sei der Abbau von Barrieren auch im alltäglichen Leben. Daher unterstützt das Land NRW zum Beispiel zwei Vereine in Dortmund mit 260.000 Euro, die mit behinderten Jugendlichen öffentliche Einrichtungen auf Barrieren austesten. Bis 2008 soll darüber hinaus eine landeseinheitliche Notfall-Faxnummer der Polizei (110) für hörgeschädigte Menschen eingeführt werden. „Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort ist ein ganz wichtiger Punkt. Gemeinsam mit dem Landesbehindertenrat wollen wir überlegen, wie wir ein Netz von ehrenamtlichen Helfern knüpfen können, das Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort anbietet“, sagte Laumann.

„Wir werden in diesem Jahr damit beginnen, Bürgergespräche und Expertentagungen zu veranstalten. Ich möchte mit allen sprechen, die etwas von Behindertenpolitik verstehen“, betonte Karl-Josef Laumann. „Ich bin zuversichtlich, dass sich alle gesellschaftlichen Kräfte in NRW der Aufgabe stellen werden, behinderte Menschen in die Mitte der Gesellschaft zu holen.“

Zum Hintergrund: In NRW leben 2,3 Millionen Menschen mit Behinderungen. 1,6 Millionen von ihnen sind schwerbehindert.
Hinweis für die Journalisten:
Das Landesprogramm „Teilhabe für alle“ finden Sie auch im Internet unter http://www.mags.nrw.de/pdf/soziales/teilhabe-fuer-alle.pdf


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