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Reizdarm - Diagnose und Therapie

„Für die Diagnose ist die Anamnese ausschlaggebend“, erklärt Peter Layer. Der Betroffene berichtet über seine Beschwerden, wann und wie sie auftreten. Oft kann der Arzt auf Grund dieser Berichte bereits die Diagnose Reizdarm stellen. „Trotzdem führen wir immer noch Blutuntersuchung, Ultraschall und Darmspiegelung durch, um Darmkrebs auszuschließen“, so der Experte.

Denn das wechselnde Stuhlverhalten – für Reizdarm typisch – gilt auch als Alarmsignal für Darmkrebs. „Deswegen sind die meisten Patienten nach den Untersuchungen erleichtert, wenn sie hören, dass sie keinen Darmkrebs haben, sondern ‚nur’ ein RDS.“


Therapie

Sind die Beschwerden besonders ausgeprägt, rät der Experte zu Medikamenten. Die Behandlung richtet sich dabei nach den fünf unterschiedlichen Beschwerdegruppen: Schmerzen, Verstopfung, Durchfall, Blähungen und psychische Probleme, also Stress.

„Gegen die Schmerzen setzen wir Krampflöser, etwa Mebeverin, mitunter auch Butylscopolamin ein. Verstopfung behandeln wir mit PEG-Elektrolyt-Lösungen und Tegaserod. Das regt die Peristaltik an und verbessert ihre Koordination. Gegen Durchfall verwenden wir Loperamid. Dieser Wirkstoff bremst die Darmbewegung.“

Blähungen sind stark von der Ernährung abhängig. Stark blähende Nahrungsmittel müssen die Patienten also meiden. „Zusätzlich helfen entschäumende Medikamente.“

Ist die Psyche beteiligt, sind eine entsprechende Therapie und sorgfältige Zuwendung durch den Arzt oft sehr erfolgreich. Programme zur Stressbewältigung, etwa Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training oder Tropho-Training haben sich bewährt.

„Große Hoffnungen setzen wir auf die Entwicklung eines Medikaments mit dem Wirkstoff Cilansetron, das sich derzeit noch in der Testphase befindet.“ Der Experte rechnet damit, dass es noch in diesem Jahr auf den Markt kommen könnte. „Es kann die gestörte Koordination im Darm durch eine gezielte Beeinflussung des ‚Darm-Hirns’ wieder richtig takten. Diese Substanz wirkt auch gegen Durchfall.“

Doch nicht immer ist die Schulmedizin gefragt. Patienten mit leichteren Beschwerden helfen auch rezeptfreie Mittel auf Basis von Heilkräutern. Hier haben sich Pfefferminze, Kümmel, Anis oder Fenchel bewährt. Die Wirkstoffe dieser Phytotherapeutika entkrampfen, entblähen und machen so auf sanfte Weise die Verdauung wieder stabil.

Ein sanfter Weg ist auch die Kur. Viele RDS-Patienten profitieren von einer psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahme. Vor allem Ernährung und psychische Therapien, dabei der positive Umgang mit Stress, stehen im Vordergrund. Die Betroffenen lernen, sich wieder ausgewogener zu ernähren. Denn aus Angst vor den Folgen im Darm essen manche viel zu einseitig. Sie meiden grundsätzlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Hier beginnt die Kur mit Schonkost, etwa Schleimsuppe, Zwieback und Tee. Nach und nach bekommen die Patienten dann Vollwertkost. So kann man austesten, welche Lebensmittel tatsächlich Beschwerden verursachen und welche nicht. Meistens sind es Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Hefe, Stein- und Beerenobst, die den Reizdarm wecken. Andere vollwertige Lebensmittel, etwa Äpfel, Birnen, Bananen, Reis, Kartoffeln und Sauermilchprodukte akzeptiert er ohne Probleme. Ärzte und Ernährungsberater stellen dementsprechend einen individuellen, ausgewogenen Speiseplan auf. Oft gelingt es damit, die Medikamente zu reduzieren und – trotz Reizdarm – die Lebensqualität zu steigern

Reizdarm - Diagnose und Therapie
Datum:   25.06.2006
Author:   Biggi0001
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