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Prostata-Krebs mit steigender Tendenz

Prostata-Krebs mit steigender Tendenz - unterschiedliche Meinungen zur Vorsorge

Prostata-Untersuchung

Die anatomischen und physiologischen Fakten in Sachen Prostata liegen klar: Die Prostata – im Deutschen Vorsteherdrüse - liegt als Teil der männlichen Geschlechtsorgane in etwa kugelig unterhalb der Harnblase. Die Harnröhre verläuft in 1 bis 2 cm Länge genau mittig hindurch und teilt die Prostata in einen linken und rechten Lappen. Die gesunde Prostata eines erwachsenen Mannes ist so groß wie eine Walnuss.

Die Drüsengänge münden direkt neben den Enden der beiden Samenwege in die Harnröhre. Die Prostata steuert den Großteil des flüssigen Volumens des Ejakulats beim Samenerguss bei. Das schwach laugische Prostata-Sekret neutralisiert das saure Milieu in der Scheide und ist daher unerlässlich für eine erfolgreiche Befruchtung. Auch andere Bestandteile wie bestimmte Enzyme des Prostata-Sekrets spielen bei diesem komplexen Vorgang eine wichtige Rolle.

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Zugangswege
Die Prostata ist relativ gut "greifbar": Wegen ihrer Lage unterhalb der Harnblase direkt dem Enddarm anliegend ist sie leicht zu tasten. Ein erfahrener Untersucher erkennt viele Veränderungen der Prostata, indem er sie mit seinem Zeigefinger rektal untersucht. Von hier aus sind auch Gewebeentnahmen mit einer dünnen Nadel elegant möglich.

Erkrankungen
Bis etwa zum 35. bis 45. Lebensjahr spürt der weit überwiegende Teil der Männer von ihrer Prostata nichts. Sie erfüllt gewissermaßen schweigend und unbemerkt ihren Dienst.
Im Falle der eher seltenen Prostatitis ist das anders: eiterbildende Bakterien lassen die Kapsel der Prostata schmerzhaft spannen. Allerdings ist die Prostatitis durch geeignete Antibiotika oder eine Stichinzision und Ableitung des Eiters gut behandelbar.

BPH
Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr, manchmal früher, manchmal später, beginnt die Prostata – vermutlich aufgrund von Veränderungen im Hormonstoffwechsel - sich zu vergrößern, ein Teil des Gewebes wird durch härtere Fasern ersetzt. Dieser sehr langsame Prozess kann irgendwann dazu führen, dass die Harnröhre eingeengt wird und/oder sich die Prostatakapsel in die Harnblase vorwölbt.

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Die betroffenen Männer müssen in kürzeren Abständen, auch nachts, zur Toilette. Oft tröpfelt es nach und die Blase wird nie vollständig entleert. Letztlich sind wiederholte Entzündungen der Harnblase die Folge.

Diese "benigne Prostatahyperplasie" BPH, wörtlich "gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse", wird oft als Adenom bezeichnet oder auch - anatomisch nicht ganz korrekt - als Prostatahypertrophie.


Vorbeugung und Therapie der BPH
Hier scheiden sich die Geister: Wie ist der sehr häufigen BPH vorzubeugen und wann ist der Zeitpunkt für welche Therapie gekommen? Inzwischen dürfte die Ansicht vorherrschen, den langsamen Prozess der Vergrößerung mit "natürlichen" Mitteln wie zum Beispiel Kürbiskernextrakten zu verzögern. Der "Knackpunkt" ist, den optimalen Zeitpunkt zu bestimmen, zu dem die vergrößerte Prostata verkleinert werden muss. Die Beschwerden müssen den Eingriff rechtfertigen, die möglichen Nebenwirkungen bekannt sein. Oft (nicht immer!) ist die Zeugungsfähigkeit eingeschränkt, die Potenz aber nur selten.

Das bekannteste Verfahren dürfte das "Abhobeln" oder Lasern der Prostata durch die Harnröhre sein, doch stehen inzwischen gleichwertige Alternativen zur Verfügung. Da es sich nicht um eine dringende Notfall-Operation handelt, sollte jeder Betroffenen ausführlich beraten werden und sich selbst ausreichend Zeit zur Information aus mehreren unabhängigen Quellen nehmen.

Prostata-Krebs und PSA
Während die BPH zwar unangenehm, aber nicht tödlich ist, gehört der Prostata-Krebs mit steigender Tendenz zu den Todesursachen für Männer. In Deutschland ist der Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung beim Mann: Fast jeder Fünfte aller jährlich neu an Krebs erkrankten Männern leidet an diesem Karzinom.

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Das Problem hat mehrere Seiten: Hinter jeder BPH kann sich ein Krebs verstecken, aber noch längst nicht jeder Krebs der Prostata ist lebensbedrohlich oder überhaupt behandlungsbedürftig! Dieser scheinbare Widerspruch ergibt sich daraus, dass der Krebs oft nur sehr langsam fortschreitet und vermutlich bis zu 90% der Betroffenen an anderen Krankheiten sterben, ohne von ihrem Prostata-Krebs jemals gewusst oder Beschwerden durch ihn zu haben. Auf der anderen Seite gibt es eine aggressive Variante, die jüngere Männer betrifft und unbehandelt schnell zum Tode führt.

PSA – ja oder nein?
Zur Früherkennung wird bei der sinnvollen Vorsorge-Untersuchung fast immer neben der rektalen Untersuchung das "Prostata-Spezifische Antigen" - PSA bestimmt. Eine Erhöhung deutet möglicherweise auf einen bösartigen Prozess der Prostata hin. Doch genau darin liegt die Krux: Ein hoher PSA-Wert kann Schlechtes bedeutet, muss es aber nicht. So werden eventuell gesunde Männer der belastenden Suche nach einem Krebs unterzogen, die gar keinen haben. Und selbst wenn sie einen haben: Sie werden unter Umständen behandelt, obschon der Tumor so langsam wächst, dass sie nie Beschwerden hätten und an anderen Dingen sterben. Dieses Dilemma ist zurzeit nicht sicher lösbar.

Nur jeder siebte Mann geht zur Früherkennung und noch immer kommen viele Männer zu spät", erklärt Professor Dr. Stefan C. Müller, Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Bonn und zugleich Tagungspräsident. Denn zum Zeitpunkt der Diagnose habe der Krebs bei rund jedem dritten Patienten schon andere Organe befallen und sei nicht mehr heilbar. Einmal im Jahr kann jeder Mann ab 50 Jahren eine von den Krankenkassen bezahlte Tastuntersuchung in Anspruch nehmen. Der Arzt tastet die Prostata vom Enddarm her ab und kann so krebsverdächtige Verhärtungen spüren. Aber oft seien die so gefundenen Karzinome schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Eine Lösung bietet hier der PSA-Wert im Blut.

"Ein hoher PSA-Wert muss aber nicht unbedingt etwas Schlimmes bedeuten. Besonders Entzündungen im Harntrakt können diesen Wert ebenfalls erhöhen. Auf der anderen Seite darf sich keiner in Sicherheit wiegen, wenn dieser Wert in Ordnung ist", konstatiert Dr. Guido Fechner, Oberarzt an der Urologischen Universitätsklinik Bonn. Die PSA-Normwerte sind altersabhängig. Für eine aussagekräftige Diagnose wäre eine regelmäßige jährliche Kontrolle des PSA-Verlaufs wünschenswert. Im Gegensatz zu Urologen streiten Gesundheitsökonomen allerdings noch immer über den Nutzen einer routinemäßigen PSA-Bestimmung im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung.

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Behandlung eines Prostata-Krebses
Hier gilt sinngemäß ähnliches wie zur Therapie des BPH: Zeitpunkt und Methode der Therapie sind sehr unterschiedlich je nach Einstellung des behandelnden Arztes und des Patienten. Natürlich muss in jedem Fall sorgfältig das Stadium der Erkrankung durch Gewebeentnahmen und andere Verfahren gesichert werden. Das ideale Vorgehen muss in jedem Einzelfall herausgefunden und besprochen werden. Von der radikalen Operation mit Entfernung aller befallenen oder verdächtigen Gewebe bis hin zum "aggressiven Zuwarten" - also außer Kontrollen nichts tun und abwarten - können alle Variationen dieser Vorgehensweisen angezeigt sein.

Fazit
Während die Untersuchungsmethoden zur Prostata standardisiert sind, gibt es bei der Interpretation von Vorsorgebefunden und Beschwerdebildern sehr unterschiedliche Meinungen. Da es sich selten um Notfälle handelt und es auf "ein paar Wochen" nicht ankommt, sollte sich jeder Betroffene sorgfältig informieren und beraten lassen. Das kann durch durch (mehrere) erfahrene Ärzte geschehen, mittels Büchern oder Internet-Fundstellen oder Selbsthilfegruppen. Letztlich entscheiden muss jeder Patient für sich allein.

Prostata-Krebs mit steigender Tendenz
Datum:   27.09.2006
Author:   Biggi0001
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