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Krankengeld: wie läuft das?

Wie funktioniert das mit dem Krankengeld?

Also, der Arbeitgeber ist verpflichtet bei einer Krankheit und einer damit verbunden Arbeitsunfähigkeit das Gehalt in der Regel für 6 Wochen weiter zu zahlen (es kann hier je nach Berufsgruppe aber auch andere Regelungen geben). Ab dem ersten Tag der 7. Woche übernimmt dann Deine Krankenkasse die Zahlung. Voraussetzung ist natürlich die Krankschreibung.

Doch hier direkt ein kleiner Tip: Oft ist es so, daß Dich Dein Hausarzt erstmal krankschreibt und gleichzeitig zu einem Facharzt oder in eine Klinik zur Weiterbehandlung überweist. Wenn Dich der Facharzt oder die Klinik dann weiter krankschreibt, so achte beim ersten mal darauf, daß der Arzt das Feld Folgebescheinigung und nicht das Feld Erstbescheinigung ankreuzt. Das ist für den Beginn der Zahlung durch die Krankenkasse wichtig.

Mir ist genau das mal passiert: Mein Hausarzt schrieb mich krank und zwei Tage später hatte ich einen ambulanten Termin in der Uniklinik (ohne Überweisung - ich bin da einfach so in die Ambulanz gegangen). Ich bin dann von der Uniklinik weiter krankgeschrieben worden. Allerdings wurde bei der ersten Krankmeldung von der Uniklinik eben das Feld Erstbescheinigung angekreuzt obwohl es für diese Erkrankung eine Folgebescheinigung war (da mein Hausarzt mich ja zuerst krankgeschrieben hatte.

Das führt später zu argen Verwirrungen als es um den Zeitpunkt ging, ab dem meine Krankenkasse die Zahlung übernehmen mußte. Mein Arbeitgeber stellte seine Zahlungen genau 6 Wochen nach dem Zeitpunkt der ersten Erstbescheinigung (durch meinen Hausarzt) ein. Die Krankenkasse wollte ihre Zahlung aber erst 6 Wochen nach dem Tag der letzten Erstbescheinigung (durch die Uniklinik) aufnehmen. Dazwischen lagen ein paar Tage, für die sich keine von beiden Parteien zur Zahlung verpflichtet sah.

Das ganze klärte sich dann, da ich eine sehr kullante Krankenkasse habe. Aber dennoch kann so eine Geschichte ein ziemlich nervenaufreibendes Ärgernis sein - und das in einer Zeit, in der es einem eh schlecht geht. Also achte auf diesen Punkt. Solltest Du immer vom gleichen Arzt krankgeschrieben werden, so wird dieses Problem eh nicht auftreten.

Gut, nun bist Du also krankgeschrieben. Bleibt die Frage, was Du tun mußt, damit die Krankenkasse irgendwann die Zahlungen übernimmt. Dafür mußt Du bei Deiner Krankenkasse anrufen und ihr mitteilen, daß die Zahlung durch Deinen Arbeitgeber bald ausläuft, Du aber auch weiterhin krankgeschrieben wirst. Dann mußt Du um die Zusendung von sog. Auszahlungsscheinen bitten. Ruf nicht erst nach Ablauf der 6 Wochen bei Deiner Krankenkasse an, sondern wende Dich schon vorher an sie. Dadurch wird der Ablauf für beide Seiten nur reibungsloser!

So werden Dir dann die Auszahlungsscheine zugeschickt. Natürlich kannst Du sie Dir auch direkt ins Krankenhaus schicken lassen, wenn Du für länger dort bleiben mußt. Du mußt dann so einen Schein ausfüllen, das ist aber nicht schwer. Zuerst mußt Du Angaben zu Deiner Person und dann zu Deiner Bankverbindung machen. Dann werden noch Fragen zum Einkommen und Deinem Beschäftigungsverhältnis seit Beginn der Zahlung durch die Krankenkasse gestellt.

Dann kommt aber noch etwas sehr Wichtiges: Dein Dich krank schreibender Arzt muß auf dem Auszahlungsschein Deine Diagnose eintragen und angeben, ob Du auch weiterhin arbeitsunfähig und ob Du in stationärer Behandlung bist. Dann muß er, natürlich mit Datum, unterschreiben und einen Stempel aufsetzen. Achte immer darauf, daß der Arzt seinen Part vollständig ausfüllt!



Die Krankenkassen zahlen immer nur wenn ihnen so ein Auszahlungsschein zugesandt wird und zahlen so also immer nur im Nachhinein. Du kannst also durch Zusenden der Auszahlungsscheine selbst entscheiden, in welchem Rythmus Deine Krankenkasse Dein Krankengeld überweist, also z.B. einmal pro Woche oder einmal pro Monat.

Die Auszahlungsscheine sind für die Krankenkasse gleichzeitig der Beleg für Deine Arbeitsunfähigkeit. Für Deinen Arbeitgeber brauchst Du aber natürlich trotzdem immer noch eine Krankmeldung - auch wenn jetzt die Krankenkasse zahlt.

Wie lange die Krankenkasse zahlt, daß ist nicht so einfach zu sagen. Maximal sind es auf jeden Fall 78 Wochen. Jedoch gibt es zahlreiche (gesetzliche) Bestimmungen die von Fall zu Fall differenziert werden müssen. Frage da am besten bei Deiner Krankenkasse nach.


Bliebe nur noch zu sagen, wieviel die Krankenkasse zahlt:

Die Höhe des Krankengeldes richtet sich nach dem regelmäßigen Bruttoarbeitsentgelt. Nach Ablauf der Lohn- oder Gehaltsfortzahlungen durch den Arbeitgeber wird Krankengeld in Höhe von bis zu 70 Prozent des bisherigen Bruttoentgeltes durch die Krankenkasse gezahlt. Es wird jedoch zweifach nach oben begrenzt. Zum einen durch den Höchstbetrag, von dem maximal Beiträge berechnet werden (2001 mtl. 6.525,00 DM [West]/ 6.525,00 DM [Ost] = kalendertäglich 217,50 DM DM). D. h.: Dein Krankengeld kann pro Kalendertag max. 70% von 217,50 DM betragen. Zum anderen darf das Krankengeld aber nicht höher sein als 90% des bisherigen Netto-Arbeitsentgelts (ein auf der Lohnsteuerkarte eingetragener Freibetrag erhöht Dein Netto-Arbeitsentgelt und damit möglicherweise auch Dein Krankengeld).

Während der Krankengeldzahlung bist Du zwar von Beitragszahlungen für die Krankenversicherung befreit, aber trotzdem beitragspflichtig soweit es die Renten- und Arbeitslosenversicherung betrifft. Im Klartext heißt das, es wird vom Brutto-Krankengeld der Beitrag für die Renten- und Arbeitslosenversicherung ermittelt. Die eine Hälfte davon wird von der Krankenkasse an die zuständigen Träger abgeführt (die Krankenkasse übernimmt hier also den Beitragsanteil, den sonst der Arbeitgeber entrichtet), die andere Hälfte hat der Versicherte aufzubringen. Der Betrag errechnet sich aus der Höhe des monatlichen Krankengeldes, der dann von der Krankenkasse direkt einbehalten wird. Die Krankenkasse führt also auch Deinen Anteil ab (so, wie es sonst der Arbeitgeber macht). Die Zeit der Krankengeldzahlung wird als Pflichtbeitragszeit in der Rentenversicherung anerkannt.

Kurz gesagt ist es also so: Es wird erst das Brutto-Krankengeld über die 70-Prozent-Grenze des Gehalts (unter Berücksichtigung diverser weiterer Grenzen) ermittelt und davon werden dann noch mal hälftig die Anteile für Renten- und Arbeitslosenversicherung einbehalten.


Das Krankengeld wird pro Tag berechnet. Zu Begin der Krankengeldzahlung schickt die Krankenkasse Dir eine Benachrichtigung, in der Dir Dein Tagessatz mitgeteilt wird. Wenn Du diesen Betrag mal 30 Tage rechnest (ein Monat wird immer auf 30 Tage berechnet, egal wieviele er wirklich hat), dann kannst Du Dir die Differenz zu Deinem sonstigen Gehalt ausrechnen.

Übrigens, solltest Du während Deiner Krankmeldung eine zweite Krankheit bekommen, so verlängert sich weder Dein Anspruch auf Weiterzahlung des Gehalts durch den Arbeitgeber, noch der max. Anspruch auch 78 Wochen Krankengeld.

Angenommen z.B. Du bist wegen Deiner Depressionen krankgeschrieben. Jetzt brichst Du armer Tropf Dir zusätzlich noch in der 6. Woche Deiner Krankmeldung ein Bein. Nun muß der Arbeitgeber nicht wieder bei Woche 1 anfangen zu rechnen. Er zahlt Dir vom ersten Tag Deiner ersten Krankmeldung für 6 Wochen weiter Dein Gehalt, ganz egal, was dann noch für Erkrankungen hinzukommen sollten. Nach diesen 6 Wochen zahlt die Krankenkasse das Krankengeld nach oben beschriebenem Schema für max. 78 Wochen. Wenn nun z.B. dieser Beinbruch in der 30. Woche war, also zu einem Zeitpunkt, wo schon die Krankenkasse zahlt, so fängt jetzt auch nicht die 78 Wochen-Frist wieder bei Woche 1 an. Hier gilt das gleiche wie für den Arbeitgeber. Wenn einmal die Zahlungen laufen, dann zahlt die Kasse max. 78 Wochen.
(Quelle: Schweraze Rose)

Krankengeld: wie läuft das?
Datum:   07.10.2006
Author:   Biggi0001
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